Herzlich Willkommen beim TV 1920 Wünschmichelbach e.V.
Herzlich Willkommen beim TV 1920 Wünschmichelbach e.V.

90 Jahre Turnen und Sport in Wünschmichelbach

Das Vereinsheim am Bärsbacher Weg mit Gaststätte "Am Michelbach"

Die Anregung, in Wünschmichelbach einen Turnverein zu gründen, kam von Julius Ley aus Weinheim, der in Wünschmichelbach auf Freiersfüßen wandelte und schon seit 1909 beim TV 1862 Weinheim turnte. Das Interesse der Jugendlichen war schnell geweckt. Da jedoch weder Geräte noch ein Sportplatz vorhanden waren, wurden die ersten Turnversuche auf einer Wiese unternommen, wobei u.a. Zwetschgenbäume als Reckprovisorium dienten. Die jungen Männer waren eifrig bei der Sache und der Wunsch, einen eigenen Verein zu gründen, nahm Gestalt an. Doch dieses Vorhaben war mit einigen Schwierigkeiten verbunden, denn die übrigen Männer des Dorfes waren von dieser Idee nicht gerade begeistert, gab es doch bereits einen anderen Verein im Ort, den "Radfahrverein Wünschmichelbach/Steinklingen".

Nach vielen Besprechungen und Bemühungen ging man in Wünschmichelbach und in Steinklingen mit einer Liste von Haus zu Haus, um für den neu zu gründenden Verein zu werben. Mit 26 Interessenten konnte man dann am 15.05.1920 im Gasthaus "Zum Lindenhof" die Gründungsversammlung der "Turnriege Wünschmichelbach/Steinklingen", wie sich der Verein zunächst nannte, vornehmen.

Aber bekanntlich ist ja aller Anfang schwer und dies war auch hier der Fall. Es fehlte an allem, vor allen Dingen an Geld. Doch man ließ sich durch diese Schwierigkeiten nicht entmutigen und lehnte sich an die Turner der TG Jahn Trösel an, indem man die dortigen Geräteturnen-Übungsstunden im Gasthaus "Zum Kühlen Grund" mitbesuchte. Als sich die Tröseler Turner in die "Freien Turner" und die "Deutschen Turner" spalteten, beschloss man, nun auf eigenen Beinen stehen zu wollen. Um eigene Turngeräte im Wert von 4.200 Mark kaufen zu können, lieh man sich den Betrag von einigen Mitgliedern. Am 8. März 1923 verlegte der Verein seinen Sitz nach Wünschmichelbach und nannte sich von nun an "TV 1920 Wünschmichelbach". Als Vereinslokal wählte man das Gasthaus "Zum Lindenhof". Die Fahnenweihe im Mai 1930 brachte dem Verein ein kleines finanzielles Polster, sodaß man sich neuen Erfordernissen widmen konnte: Der Errichtung eines größeren, besseren und vor allem eigenen Sportplatzes, der dann auch von der Pfälzer Katholischen Kirchenschaffnei erworben wurde. Für die Vereinsmitglieder begann eine mühevolle Zeit, da man große Anstrengungen unternehmen musste, um den Platz wenigstens einigermassen eben zu bekommen. Aber endlich konnte man am 10.06.1934 den ersten Sportplatz einweihen.
Aber wie überall wurde 1939 mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges der Vereinsbetrieb jäh unterbrochen, als auch die Turner zu den Waffen gerufen wurden. Anstatt sich in sportlichem Wettkampf zu messen, mussten sie nun fern der Heimat um ihr Leben kämpfen.

Als endlich die Waffen schwiegen, kamen dann nach und nach die Überlebenden wieder ins Dorf zurück, aber es dauerte noch einige Zeit bis man sich entschließen konnte, den Turnbetrieb wieder aufzunehmen. So wurde am 20.01.1946 die erste Versammlung nach dem 2. Weltkrieg einberufen. Neben dem Turnen wollte man aber auch wieder beginnen, Faustball zu spielen, was man ja schon vor dem Krieg, wenn auch nicht wettkampfmäßig, betrieben hatte. Doch so kurz nach dem Krieg mangelte es noch an Vielem, so auch hier: man hatte nämlich keinen Ball! Erst 1948 nach der Währungsreform wurde der erste Ball gekauft. Im selben Jahr wurde auch das erste Faustballturnier in Wünschmichelbach veranstaltet. Fünf Jahre später lud der TV Wünschmichelbach dann erstmals befreundete Vereine zu seinem mittlerweile traditionellen und überregional bekannten Turnier um den "Odenwald-Wanderpokal" ein. Im Jahr 1954 musste dann aufgrund der Umbauarbeiten im Vereinslokal "Zum Lindenhof", wo man im dortigen Saal turnte, das Turnen ganz eingestellt werden. Dadurch konzentrierte man sich immer mehr auf den Faustballsport. Im selben Jahr konnte man erstmals die Kreismeisterschaft und den Titel des nordbadischen Meisters erringen. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Sportgeräte angeschafft, aber ihre Aufbewahrung und ihr Transport vom Vereinslokal zum Sportplatz stellte ein immer größeres Problem dar. Man beschloss 1955 auf einem Gelände, das man von Vereinswirt Ludwig Schmitt gekauft hatte, ein kleine Gerätehaus mit einem Wasch- und einem Umkleideraum sowie zwei Toiletten zu bauen.

Durch den Faustballsport genoss der Verein in der Region bald einen guten Ruf. Aber durch die Vergrößerung des Dorfes erhöhte sich natürlich auch die Zahl der aktiven Spieler. Der Sportplatz erwies sich bald als zu klein, da man nur auf einem Spielfeld trainieren konnte und für die anderen Spieler oft lange Wartezeiten entstanden. Nach langen Überlegungen über die Erweiterung des Sportgeländes wurde dem TVW angeboten, neben dem eigenen Sportplatz einen zweiten anzulegen. Da der Kostenvoranschlag für den neuen Platz DM 39.000,-- betrug, mussten die Vereinsmitglieder einen möglichst großen Anteil an Eigenleistungen aufbringen, um die Kosten für den Verein so gering wie möglich zu halten. Aber nicht nur durch die Eigeninitiative der Mitglieder, auch durch die Hilfe befreundeter Bauunternehmer und der Gemeinde Oberflockenbach, war es möglich, die Ausgaben so niedrig wie möglich zu halten.

Rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum wurde der zweite Sportplatz fertig. Dieses Ereignis wurde zum bis dato größten Fest seit der Fahnenweihe 1930. Die monatelangen Vorbereitungen machten sich dann in einer gut organisierten Veranstaltung vom 3.-5. Juli 1970 bezahlt.

Da man nach dem Umbau des Vereinslokals dort nicht mehr die nötigen Entfaltungsmöglichkeiten hatte und da man feststellen musste, dass das Geräte- und Umkleidehäuschen als eigenständiger Versammlungsort und als Begegnungsstätte der Jugend des Dorfes zu klein und denkbar ungeeignet war, beschloss man 1972 in einer Verwaltungsratsitzung, ein neues Vereinshaus zu bauen. Der Kostenvoranschlag für das neue Vereinsheim belief sich auf DM 213.000,--, die vorhandenen Eigenmittel beliefen sich auf DM 30.000,--, für die Eigenleistungen waren DM 58.000,-- angesetzt. Die Baugenehmigung, die im Juni 1974 erteilt wurde, beinhaltete dann aber noch als Auflage, dass vor Baubeginn der Bach unter dem vorderen Sportplatz verlegt werden musste. Aber auch dieses Problem konnte erfolgreich gelöst werden.

Es war für alle Helfer harte Arbeit, bis endlich das Fundament betoniert werden konnte. Danach ging die Arbeit etwas rascher voran, sodaß am 11.05. 1975 die Grundsteinlegung gefeiert werden konnte. Das Richtfest war am 01.11. und kurz bevor der Winter einbrach, konnte auch noch das Dach eingedeckt werden. Schon zum Sommernachtsfest und Turnier 1976 waren die sanitären Anlagen, die Heizungsanlage, die Küche, der Versammlungs- und Sanitätsraum einsatzbereit, wenn auch die Einrichtung noch nicht ganz vollständig war. In insgesamt mehr als 24.000 freiwilligen Arbeitsstunden haben die Vereinsmitglieder ein Kleinod geschaffen, daß den zu Beginn veranschlagten Wert bei weitem übertrifft. Die Einweihung des Vereinsheims wurde dann vom 17.-19.06 1977 auf dem Sportgelände und selbstverständlich im neuen Haus gefeiert. In der Folgezeit war man dann vorwiegend damit beschäftigt, die kleineren Arbeiten, die bislang noch hintan gestellt worden waren, fertigzustellen, z.B. Inneneinrichtung, Garage, Aussenputz.


Das neue Vereinshaus förderte die Aktivitäten des Vereins und des Ortes doch wesentlich. Nun hatten die Sportler endlich der Zeit entsprechende sanitäre Anlagen und auch für die geselligen Veranstaltungen des Vereins, kultureller und privater Natur, hatte man nun einen ansprechenden Rahmen geschaffen. Die vielen sportlichen Erfolge unserer Faustballer ließen den Wunsch nach einem Rasenplatz reifen. Im Jahr 1983 war es dann endlich soweit, man nahm das Projekt "Rasenplatz" in Angriff. Allerdings bereitete die Finanzierung des Vorhabens noch einiges Kopfzerbrechen, hatte doch ein befreundeter Verein für einen Platz gleicher Größenordnung einen Kostenvoranschlag in Höhe von DM 120.000,-- vorliegen. Den Mitgliedern blieb also wieder einmal nichts anderes übrig, als die Verwirklichung des Plans in Eigenarbeit in Angriff zu nehmen. Bis das Gras dann richtig angewachsen war, hatten die Skeptiker Zeit, darüber zu diskutieren, ob diese Arbeit (es wurde kein Mutterboden verwendet) vergebliche Mühe gewesen sei oder nicht. Aber sie ließen sich eines Besseren belehren, als der Rasen beim ersten Turnier die Feuerprobe bestanden hatte und wir nun von vielen Vereinen um diesen Rasenplatz beneidet wurden. In den Jahren bis heute wurde immer wieder versucht, das Geschaffene zu ergänzen, zu verbessern oder zu erneuern. So wurde z.B. das vereinseigene Zelt fertiggestellt und 1985 der vom TVW errichtete Kinderspielplatz von der Gemeinde übernommen. Im Jahr 1987 feierte man 10-jähriges Vereinshausjubiläum. Die Vereinsaktivitäten setzen sich bis heute fort. Sie sind teilweise nicht auffällig, doch immer mit viel Engagement verbunden und führen das fort, was unseren Verein zu dem gemacht hat, was er heute im sportlichen und kulturellen Bereich für unseren Ort und die ganze Gemeinde bedeutet. Den verschiedenen Herausforderungen der Vergangenheit wussten sich die Verantwortlichen jederzeit zu stellen und sie zu bewältigen. Die Bemühungen gingen ständig dahin, etwas zu schaffen, das den Turn- und Sportbetrieb förderte. Große Opferbereitschaft und ein enormer Arbeitseinsatz vieler Vereinsmitglieder waren Voraussetzungen, um das, was wir heute vorfinden, erreichen zu können.






 

 

 

 

 

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